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Falls Bakterien immer mehr Resistenzen entwickeln, und der der Trend geht eindeutig in diese Richtung, dann wird sich dies zu einem Problem auswachsen, dass in einem Atemzug mit Krebs und HIV genannt wird. Dass das nicht sein muss, zeigt die unterschiedliche Ausbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien in den verschiedenen Industrieländern.

Obwohl ansonsten ähnliche Standards in den Krankenhäusern herrschen, liegt die MRSA-Rate in den skandinavischen Ländern oder auch in den Niederlanden bei lediglich bis zu 5 %. Richtet man den Blick auf Deutschland, beträgt der Wert 25 %. In Japan oder den USA ist die Lage noch wesentlich dramatischer. Es eignen sich aber wohl kaum zwei andere Länder zum Vergleich als Deutschland und die Niederlande. Was machen unsere Nachbarn also anders?

Zum einen wird Antibiotika dort wesentlich seltener und dafür gezielter eingesetzt. Zum anderen wurde in den Niederlanden das Problem wesentlich eher erkannt. Bereits in den 80er Jahren wurde dort eine Strategie entwickelt, die die Ausbreitung von MRSA erfolgreich eindämmen konnte. Im Gegensatz zu deutschen Patienten werden niederländische direkt bei einem Verdacht auf MRSA isoliert. Das Krankenzimmer darf dann nur mit Schutzvorkehrungen (Handschuhe, Mundschutz und Kittel) betreten werden und der Patient hat keinerlei Kontakt zu anderen Kranken.

In Deutschland ist es so, dass in Verdachtsfällen Abstriche genommen werden und die Patienten erst isoliert werden, wenn die Ergebnisse positiv sind. Und selbst dann wird die Isolation leider häufig nicht ernst genommen. Auf diese Weise hat der Keim genügend Gelegenheit sich weiter auszubreiten. Patienten stecken sich gegenseitig an und auch Ärzte, Schwestern und Putzfrauen tragen durch mangelhafte Einhaltung der Hygienevorschriften dazu bei. Das Gleiche gilt für Pflegedienste, die ältere Patienten zuhause pflegen. Und das alles darf nicht sein.

Es ist so einfach, die Ausbreitung von MRSA zu verhindern und die Niederlande sollten unser Vorbild sein. Wenn Ihnen ein Arzt für ihre Grippe Antibiotika verschreibt, weisen Sie ihn darauf hin, dass es wirkungslos ist, weil Grippen von Viren verursacht werden, gegen die Antibiotika nichts ausrichten können (vielleicht empfiehlt sich hier sogar ein Arztwechsel, da ein solches Verhalten einen haarsträubenden Mangel an Grundkenntnissen offenbart). Wenn Sie Antibiotika verschrieben bekommen, nehmen Sie sie bis zum Ende durch. Nur so tragen Sie nicht dazu bei, weitere Resistenzen heranzuzüchten. Wenn Sie selbst oder Ihnen nahestehende Personen im Krankenhaus behandelt werden müssen, achten Sie darauf, dass sich das Personal die Hände bei Betreten und Verlassen des Raumes die Hände desinfiziert und erkundigen Sie sich nach den Maßnahmen, die gegen MRSA getroffen werden. Auf diese Weise können Sie dazu beitragen sich, ihre Familie und zukünftige Generationen zu schützen.

Außerdem ist ein Umdenken im Umgang mit MRSA dringend erforderlich. Verdachtsfällen müssen umgehend isoliert werden, Krankenhäuser sollten Hygienebeauftragte abstellen müssen, das Pflegepersonal muss Hygienevorschriften ernster nehmen und der Umgang eines jeden Einzelnen mit Antibiotika muss bewusster werden.


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